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SONNWINN
Luftaufnahme eines Batteriespeichers in einem Solarpark: weiße Speicherschränke in einer Reihe, daneben Stationsgebäude und ein Container, ringsum Modulreihen

Erlösgutachten für Batteriespeicher

Erlösprognose für Batteriespeicher (BESS) aus Day-Ahead- und Intradayhandel und Regelreserve (FCR, aFRR, mFRR), mit Zyklen, Alterung und Sensitivitäten – als Grundlage für Finanzierung, Auslegung und Transaktion.

Foto: DroneWize

Anlass

Projektfinanzierung

Speicherprojekte haben keine feste Einspeisevergütung. Finanzierende Banken verlangen eine nachvollziehbare Erlösprognose als Grundlage des Business Case und der Kreditentscheidung.

Auslegung

Leistung und Speicherdauer bestimmen die erzielbaren Erlöse. Varianten werden unter gleichen Annahmen verglichen, siehe Speicherauslegung.

Speicher am PV-Park

Bei gemeinsamem Netzanschluss beeinflussen sich Erzeugungsanlage und Speicher gegenseitig. Bewertet wird die Gesamtanlage.

Kauf und Verkauf

Die unterstellten Erlöse bestimmen den Kaufpreis maßgeblich. Eine unabhängige Bewertung dient beiden Seiten als Verhandlungsgrundlage.

Zwei geöffnete Batterieschränke mit gestapelten Batteriemodulen in einem Technikraum, daneben der Wechselrichter an der Wand
Lüftungsgitter eines Speicherumrichters mit Schild „Bi-directional converter 500 kW / 550 kVA“ und Warnzeichen für elektrische Spannung

Woraus die Erlöse eines Batteriespeichers entstehen

Ein Batteriespeicher erzeugt keinen Strom. Seine Erlöse entstehen aus der zeitlichen Verschiebung von Energie und aus der Bereitstellung von Systemdienstleistungen. Eine Bewertung über die Erzeugungsmenge, wie sie das Ertragsgutachten für Photovoltaikanlagen leistet, ist auf einen Speicher nicht anwendbar.

Die Erlöse hängen von der Betriebsweise und der gewählten Vermarktung ab. Technisch gleiche Speicher am selben Netzverknüpfungspunkt können deshalb unterschiedliche Ergebnisse erzielen. Für die Wirtschaftlichkeit eines Großbatteriespeichers ist die Erlöserwartung über die Betriebsdauer maßgeblich.

Das Erlösgutachten bewertet diese Erlöse zeitlich aufgelöst über die Betriebsdauer, in einem Umfang, der auf die Fragestellung abgestimmt wird.

Erlösquellen eines Batteriespeichers
MarktErlösquelleGrundlage der Erlöse
SpotmarktDay-AheadPreisunterschiede innerhalb des Folgetages, gehandelt in der täglichen Auktion am Vortag
SpotmarktIntraday-AuktionenAuktionen am Vortag und am Liefertag (IDA1 bis IDA3), Preisunterschiede gegenüber dem Day-Ahead
SpotmarktKontinuierlicher Intradayfortlaufender Handel bis kurz vor der Lieferung, kurzfristige Preisspitzen und -täler
RegelreserveFCR (Primärregelleistung)Vergütung für vorgehaltene Leistung
RegelreserveaFRR (Sekundärregelleistung)Leistungspreis für die Vorhaltung und Arbeitspreis für abgerufene Energie
RegelreservemFRR (Minutenreserve)Leistungspreis für die Vorhaltung und Arbeitspreis für abgerufene Energie
AnlagenbetriebSpeicher an einer ErzeugungsanlageAufnahme von Energie, die andernfalls abgeregelt oder unvergütet eingespeist würde

Die Erlösquellen konkurrieren um dieselbe Kapazität; die Einzelerlöse lassen sich nicht addieren. Ergebnisse der Regelreserve-Ausschreibungen veröffentlichen die Übertragungsnetzbetreiber auf regelleistung.net.

Inhalt des Erlösgutachtens

Der Begriff Erlösgutachten ist nicht genormt; die Leistungsumfänge unterscheiden sich zwischen den Anbietern. Der Umfang wird vorab nach Anlass und verfügbaren Daten abgestimmt. In Betracht kommen:

BestandteilInhalt
ErlösquellenDay-Ahead, Intraday (Auktionen und kontinuierlich) sowie Regelreserve (FCR, aFRR, mFRR), getrennt ausgewiesen, mit Aufteilung der gemeinsam genutzten Kapazität
RückrechnungErlöse, die auf historischen Preisdaten in zurückliegenden Jahren erzielbar gewesen wären; ohne Prognose
Vorausrechnungauf Price Forward Curves eines auf Strommarktprognosen spezialisierten Anbieters oder auf beigestellten Szenarien; Kurve und Stand werden benannt
Zyklen und AlterungKapazitätsverlust nach Zyklenzahl und Betriebsweise, soweit die Herstellerangaben dies zulassen
Wirkungsgrad und EigenverbrauchVerluste des Systems über die Laufzeit
Speicher an Erzeugungsanlagengemeinsamer Netzanschluss, Begrenzung der Einspeiseleistung, Zulässigkeit des Netzbezugs zum Laden, negative Preise und § 51 EEG
Bandbreiten und SensitivitätenErlösbänder für die wesentlichen Annahmen
Wirtschaftlichkeitskennzahlensofern gewünscht und Kosten- und Finanzierungsdaten vorliegen
Prüfung vorliegender ErlösrechnungenAbgleich der Annahmen Dritter gegen die technische Seite: wo sie tragen und wo nicht

Simulationsgestützte Speicherauslegung

Vor der Erlösfrage steht meist eine andere: Wie groß soll der Speicher werden? Leistung und Speicherdauer bestimmen die erzielbaren Erlöse, die Investitionshöhe und die Anforderungen an den Netzanschluss. Nach der Bestellung lässt sich daran nichts mehr ändern.

Das Ergebnis zeigt, ab welcher Größe der zusätzliche Erlös die zusätzlichen Kosten nicht mehr trägt. Wir erstellen die Auslegung unter anderem für Bürgerenergiegenossenschaften und Energieversorger, für sich oder als Vorstufe zum Erlösgutachten; die Rechenwege sind dieselben.

Varianten unter gleichen Annahmen

  • Kombinationen aus Leistung und Kapazität
  • Betrieb mit und ohne Kopplung an eine Erzeugungsanlage
  • bei Bedarf unterschiedliche Vermarktungswege
  • Gegenüberstellung von Mehrerlös und Mehrkosten je Variante

Preisspannen und negative Preise

Die Handelserlöse eines Speichers ergeben sich aus den Preisunterschieden innerhalb eines Tages. Ein hoher Anteil der Photovoltaik verstärkt diese Unterschiede: Die Solarerzeugung erreicht ihr Maximum in den Mittagsstunden, wenn die Preise niedrig sind. In Stunden mit negativen Preisen erhält ein Speicher für die Aufnahme von Energie eine Vergütung.

Erzeugung und Strompreis im TagesverlaufSchematischer Tagesverlauf eines Sommertages: Die PV-Erzeugung erreicht mittags ihr Maximum, der Börsenstrompreis hat dann sein Minimum und kann negativ werden. Der Speicher lädt mittags und entlädt zur abendlichen Preisspitze. Speicher lädt Speicher entlädt 0:00 3:00 6:00 9:00 12:00 15:00 18:00 21:00 24:00 Erzeugung der PV-Anlage 0 negative Preise Börsenstrompreis Erzeugung und Strompreis im TagesverlaufSchematischer Tagesverlauf eines Sommertages: Die PV-Erzeugung erreicht mittags ihr Maximum, der Börsenstrompreis hat dann sein Minimum und kann negativ werden. Der Speicher lädt mittags und entlädt zur abendlichen Preisspitze. Speicher lädt Speicher entlädt 0:00 6:00 12:00 18:00 24:00 Erzeugung der PV-Anlage 0 negative Preise Börsenstrompreis
Erzeugung und Strompreis im Tagesverlauf, schematische Darstellung eines Sommertages

Wie ausgeprägt die Preisspannen sind

Der Abstand zwischen dem Marktwert von Solarstrom und dem mittleren Großhandelspreis sowie die Zahl der Stunden mit negativen Preisen zeigen, wie ausgeprägt diese Preisspannen sind. Genau sie nutzt ein Speicher. Großhandelspreise und negative Preise veröffentlicht die Bundesnetzagentur auf smard.de, die Marktwerte die Übertragungsnetzbetreiber auf netztransparenz.de.

Die weitere Entwicklung der Preisspannen hängt vom Zubau an Erzeugungs- und Speicherkapazität sowie von den Brennstoffpreisen ab und ist mit erheblichen Unsicherheiten behaftet. Eine Fortschreibung heutiger Werte über die gesamte Betriebsdauer ist nicht belastbar. Wir rechnen daher mit mehreren Preisszenarien und weisen deren Herkunft und Stand aus. Die Bandbreite der Ergebnisse wird bei Speicherprojekten als Teil des Ergebnisses ausgewiesen.

§ 51 EEG bei angeschlossener Erzeugungsanlage

Für Zeiträume mit negativem Spotmarktpreis verringert sich der anzulegende Wert einer geförderten Anlage auf null (§ 51 Abs. 1 EEG; Ausnahmen für kleine Anlagen in Abs. 2). Für Anlagen, die seit dem 25.02.2025 in Betrieb gehen, gilt das ohne Mindestdauer zusammenhängender negativer Stunden; eingeführt durch das Solarspitzengesetz (BGBl. 2025 I Nr. 51). Für Anlagen mit Inbetriebnahme zwischen 2023 und dem 24.02.2025 gilt die bis dahin geltende Fassung weiter (§ 100 Abs. 46 EEG).

Zum Ausgleich verlängert sich der Vergütungszeitraum nach Ende der Förderdauer um die betroffenen Zeiträume; bei Solaranlagen wird ihre Zahl halbiert und über monatliche Kontingente nachgeholt (§ 51a Abs. 1 und 2 EEG).

Ein Speicher am selben Netzverknüpfungspunkt kann Energie aufnehmen, die in diesen Zeiträumen andernfalls unvergütet eingespeist oder abgeregelt würde. Welchen Umfang das hat, hängt von der Auslegung ab.

Erlösgutachten und Ertragsgutachten

ErtragsgutachtenErlösgutachten
GegenstandEnergiemenge einer Photovoltaikanlage, mit Verlusten und PrognosesicherheitErlöse aus der Erzeugung und aus dem Betrieb eines Speichers
Ergebnis inKilowattstundenEuro
Photovoltaik in der Einspeisevergütungin der Regel ausreichend–
Batteriespeichernicht anwendbar, keine Erzeugungsmengemaßgeblich

Beide Betrachtungen können aufeinander aufbauen. Ein vorliegendes Ertragsgutachten kann als Grundlage dienen, auch das eines anderen Verfassers.

Ansprechpartner

Porträt von Dr.-Ing. Stefan Bofinger

Dr.-Ing. Stefan Bofinger

Mitgründer, Sachverständiger für Photovoltaik

Stefan Bofinger ist seit 2002 als Sachverständiger für Photovoltaik tätig und unterstützt als unabhängiger Berater Investoren und Banken bei Projektentwicklungen. Er hat zum Thema Energieversorgungsnetze mit einem hohen Anteil an photovoltaischer Solarenergie promoviert, mit den Schwerpunkten Standortbestimmung, Solarstromprognose und Netzintegration.

Häufige Fragen

Was ist ein Erlösgutachten?

Ein Erlösgutachten weist die zu erwartenden Erlöse einer Anlage über die Betriebsdauer in Euro aus. Bei Batteriespeichern umfasst es den Handel am Day-Ahead- und Intradaymarkt, die Vermarktung von Regelreserve (FCR, aFRR, mFRR) und das Zusammenwirken mit einer angeschlossenen Erzeugungsanlage.

Warum reicht ein Ertragsgutachten für einen Batteriespeicher nicht aus?

Ein Ertragsgutachten ermittelt eine Erzeugungsmenge. Ein Speicher erzeugt keine Energie, sondern nimmt sie auf und gibt sie wieder ab. Seine Erlöse hängen von Preisunterschieden und Systemdienstleistungen ab; diese sind nicht Gegenstand eines Ertragsgutachtens.

Warum lassen sich die Erlöse aus Handel und Regelleistung nicht addieren?

Weil sie um dieselbe Kapazität konkurrieren. Leistung, die für Regelleistung vorgehalten wird, steht im selben Zeitraum nicht für den Handel zur Verfügung. Eine Addition der Einzelerlöse überschätzt das Ergebnis.

Wird mit historischen Preisen oder mit Prognosen gerechnet?

Beides ist möglich. Die Rückrechnung auf historischen Preisdaten zeigt, welche Erlöse in den vergangenen Jahren erzielbar gewesen wären, und ist gut belegbar. Für die Vorausrechnung beziehen wir Price Forward Curves über einen auf Strommarktprognosen spezialisierten Anbieter oder rechnen mit Szenarien, die Sie oder Ihr Finanzierer beistellen. Kurve und Stand werden im Gutachten benannt.

Wird die Alterung der Batterie berücksichtigt?

Soweit die Herstellerangaben es zulassen, ja. Der Kapazitätsverlust hängt von Zyklenzahl und Betriebsweise ab; Lieferverträge enthalten hierzu häufig Zusagen. Eine Betriebsweise mit hohen kurzfristigen Erlösen kann über die Laufzeit nachteilig sein.

Prüfen Sie auch vorliegende Erlösrechnungen und Business Cases?

Ja. Häufig liegt bereits eine Erlösrechnung des Projektentwicklers oder eines Vermarkters vor. Wir gleichen die darin unterstellten Annahmen gegen die technische Seite ab und weisen aus, welche belastbar sind und welche nicht.

Welche Unterlagen werden benötigt?

Standort und Netzverknüpfungspunkt, Leistung und Kapazität des Speichers sowie das Datenblatt mit Wirkungsgrad und Zyklenzusagen. Bei einer angeschlossenen Erzeugungsanlage zusätzlich deren Auslegung, bei Bestandsanlagen die Betriebsdaten der Vorjahre. Fehlende Angaben können durch Annahmen ersetzt werden, die im Gutachten offengelegt werden.

Wie lange dauert ein Erlösgutachten?

In der Regel zwei bis drei Wochen nach Vorlage vollständiger Unterlagen. Ist es dringend, sprechen Sie uns an.

Was kostet ein Erlösgutachten?

Die Kosten richten sich nach Umfang und Fragestellung; Sie erhalten vorab ein Angebot.

Anfrage

Nutzen Sie das Formular, rufen Sie uns an unter +49 4103 121 4221 oder schreiben Sie an kontakt@sonnwinn.de – wie es Ihnen am liebsten ist.

Unterlagen müssen der Anfrage nicht beiliegen – nach Ihrer Anfrage helfen wir Ihnen, die erforderlichen Unterlagen zusammenzustellen.

Welche Unterlagen hilfreich sind
  • Standort und Netzverknüpfungspunkt
  • Leistung und Kapazität des Speichers
  • Datenblatt mit Wirkungsgrad und Zyklenzusagen
  • bei einer angeschlossenen Erzeugungsanlage deren Auslegung, bei Bestandsanlagen die Betriebsdaten der Vorjahre
  • sofern vorhanden: Erlösrechnung des Projektentwicklers oder Vermarkters
Leistung

Technische Prüfungen

Gutachten

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